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21.04.2012 49. ADMV Rallye Erzgebirge
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Aus der Geschichte der Stadt Buchholz
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Seine Entstehung verdankt Buchholz, heute Stadtteil von Annaberg-Buchholz dem Bergbau, vor allem dem Silberbergbau.
Durch die Silberfunde am Schreckenberg bei Frohnau wurde das große „Berggeschrei“ ausgelöst, das viele Leute in unsere Gegend lockte.
Die ersten Häuser unserer Stadt wurden direkt neben den Bergwerken errichtet.
Ende des 15. Jahrhunderts begann der Bergbau auf dem heutigen Stadtgebiet.
Für 1497 ist dies belegt, wahrscheinlich existierten aber schon einige Jahre früher etliche Gruben.
Am 7. November 1501 schlossen sich 16 Ansiedler zu einer politischen Gemeinde zusammen.
Kurfürst Friedrich der Weise ließ die Bewohner den Treueeid ablegen und die Stadtobrigkeit einsetzen.
Der Name der neuen Stadt war St. Catharinenberg im Buchenholze.
Die heilige Katharina ist eine Schutzheilige der Bergleute und ziert noch heute unser Stadtwappen. |
„Buchholz“ heißt soviel wie Buchenwald, ein Hinweis darauf, dass vor der Besiedelung auf dem heutigen Stadtgebiet ein mächtiger Laubwald aus Buchen bestanden haben muss.
Bald nach der Gründung begann man mit dem Bau der St. Katharinenkirche, welche jedoch erst viel später (im 19. Jahrhundert ) fertiggestellt werden konnte.
Deren Grundmauern bestehen noch heute, somit ist unsere Kirche das wahrscheinlich älteste Gebäude unserer Stadt.
Der Bergbau erlebte einen raschen, wenn auch kurzen Aufschwung.
1505 erhält Buchholz einen Bergvogt, das Bergamt, 1511 eine eigene Münzstätte, auch eine kurfürstliche Schmelzhütte war vorhanden.
1511 wurde der Marktplatz angelegt, (dazu mussten erst einige Gebäude abgerissen werden), man errichtete Brot- und Fleischbänke, Badstuben, ein Hospital und eine Schule.
1512 erhielt Buchholz auch das Halsgericht, ein Galgen wurde auf der Höhe (Galgenberg) errichtet.
Die „Galgensteine“ künden noch heut davon.
Zur Verteidigung der Stadt gründete sich 1535 die „Vereinigung der Büchsenschützen“.
Eine Befestigung der Stadt durch Ausheben von Gräben war geplant, dies ließ sich durch den felsigen Untergrund jedoch nicht bewerkstelligen.
Eine Stadtmauer hat Buchholz nie besessen. 1524 hielt die Reformation in Buchholz Einzug.
Buchholz lag im ernestinischen Teil Sachsens, Annaberg im albertinischen.
Dort wurde die Reformation erst wesentlich später eingeführt.
So wurde die Landesgrenze zwischen den Städten Annaberg und Buchholz auch zur Glaubensgrenze.
Schon Mitte des 16. Jahrhunderts ging der Bergbau zurück, die Buchholzer Münze und das Bergamt wurden aufgelöst.
1548 wurde Buchholz albertinisch. 1565 kam es zu einer Flutkatastrophe, die unsere Stadt nachhaltig schädigte, lagen doch viele Berggebäude im Tal.
Auch Belagerungen und die Pestepidemien trugen nicht zur Entwicklung der Stadt bei.
Hatte Buchholz im Jahr 1555 noch ca. 2500 Einwohner, waren es 1585 nur noch ca. 900.
Wie fast überall im Erzgebirge kam nach dem Niedergang des Bergbaus auch in unserer Stadt das Klöppeln auf.
Auch das Posamentierhandwerk (Bortenwirken) etablierte sich und wurde zur Lebensgrundlage vieler Einwohner.
Anfang des 17. Jahrhunderts gründete sich eine Posamentierinnung.
| Das 17. Jahrhundert mit dem 30- jährigen Krieg brachten Not und Elend in unsere Stadt.
Ausplünderungen, Durchzüge, zu leistende Abgaben, Missernten, kalte Winter, Wassermangel und immer wieder die Pest brachten unsere Stadt an den Rand des Ruins.
Durch die Errichtung eines Jahrmarktes erhoffte man sich einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Dieser wurde der Stadt aber erst 1741gewährt.
Seit dieser Zeit wird (mit Unterbrechungen) in Buchholz jährlich ein Jahrmarkt, heut ein Volksfest, durchgeführt.
Im Jahr 1700 hat Buchholz 566 Einwohner.
Anfang des 18. Jahrhunderts wird der Bergbau erneut aufgenommen, man gräbt v. a. nach Nickel, auch Zinn und Kupferkies werden gefördert.
Die Ausbeuten bleiben aber hinter den Erwartungen zurück.
1776 wird erstmalig eine Pflichtfeuerwehr aus 11 Bürgern gegründet, Buchholz erhält eine Feuerordnung. |
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Ende des 18. Jahrhunderts beginnt sich das Posamentier- und Kartenmachergewerbe wieder zu beleben.
Etliche Firmen, die sich später zu Weltfirmen entwickelten, etablierten sich.
Trotz einiger Kriegswirren verbesserte sich die wirtschaftliche Lage.
Eine rege Bautätigkeit setzte ein.
1801 wird ein neues Rathaus am heutigen Standort am Marktplatz errichtet.
Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Buchholz wieder ca. 1500 Einwohner.
Auch in dieser Zeit schwächten Kriegsereignisse unsere Stadt indirekt durch Stellung von Rekruten und Kriegsabgaben.
Trotz allem wurde Buchholz Hauptversandplatz für Posamentenerzeugnisse.
Ab 1820 verbesserte sich die Infrastruktur unserer Stadt, man baute „Chausseen“ nach Annaberg, in Richtung Karlsbad und Schlettau, errichtete Brücken und baute die Straßen in alle Richtungen aus.
1852 wurde Buchholz von einem Stadtbrand heimgesucht, 31 Gebäude wurden ein Raub der Flammen.
344 Personen wurden obdachlos. Schnell wurde das betroffene Stadtzentrum unter damaligen „modernen“ Gesichtspunkten wieder aufgebaut. |
| Nach und nach entwickelte sich aus dem handwerklichen Posamenten- und Buchbindergewerbe eine Industrie.
Die Papp- und Prägeindustrie verhalf Buchholz zu wirtschaftlichem Aufschwung.
1854 wird in Buchholz die „Obererzgebirgische Zeitung“ gegründet.
1859 wird ein Postamt errichtet. Die postalische Anschrift lautete seit dieser Zeit „Buchholz/Sa“.
1871 erreichte das Eisenbahnnetz die Stadt Buchholz.
Damit bestand eine Bahnverbindung in Richtung Chemnitz, nach Weipert in Böhmen und ab 1889 auch nach Schwarzenberg.
Die St. Katharinenkirche wurde in den Jahren 1875 bis 1877 umfassend ausgebaut und erhielt einen 67,5m hohen Turm.
1901 beging man festlich das 400-jährige Gründungsjubiläum der Stadt, die Freiwillige Feuerwehr Buchholz wurde gegründet und man errichtete das Denkmal „Friedrich der Weise“ auf den Marktplatz. |
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Im 1. Weltkrieg wurden 750 Buchholzer „zu den Fahnen“ gerufen, viele kehrten nicht wieder heim.
Auch mussten u. a. die Kirchen- und Rathausglocken abgegeben werden und wurden für Kriegszwecke eingeschmolzen.
Der erste Weltkrieg schwächte auch die Wirtschaft, nach dem Krieg waren Lebensmittelknappheit und Arbeitslosigkeit an der Tagesordnung.
Während der Inflationszeit gab es auch in Buchholz „Notgeld“.
Die politischen Wirrnisse der 20er Jahre gingen auch an unserer Stadt nicht vorbei.
Große Buchholzer Firmen gingen ein oder mussten sich verkleinern.
Der „braunen Versuchung“ ab 1933 konnten sich auch viele Buchholzer nicht entziehen.
Der zweite Weltkrieg forderte viele Opfer, Pferde, Fahrzeuge und wieder die Kirchenglocken mussten abgeliefert werden.
In der Nacht vom 14. zum 15 Februar 1945 wurde Buchholz Opfer eines Bombenangriffs.
Fast das gesamte Stadtzentrum, die Katharinenkirche, das Feuerwehrdepot, Postamt und etliche Fabriken und Wohnhäuser brannten nieder.
10 Todesopfer waren zu beklagen, ca. 400 Einwohner wurden obdachlos. |
| Nach dem Krieg wurde Buchholz auf Befehl der russischen Besatzungsmacht mit Annaberg zu Annaberg-Buchholz vereinigt.
Die schweren Nachkriegsjahre waren von einem neuen „Berggeschrei“ ,dem Uranbergbau der SDAG Wismut geprägt.
Noch heute erheben sich die Halden des Schachtes 116 über der Stadt und künden von dieser Zeit.
In der Zeit der DDR hatte Buchholz Bedeutung als Industriestandort.
Die St. Katharinenkirche wurde unter großen Schwierigkeiten wieder aufgebaut und konnte 1981 wieder geweiht werden. |
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Nach der politischen Wende 1989/90 verlor Buchholz seine Bedeutung als Wirtschaftsstandort.
Das Stadtbild veränderte sich jedoch positiv.
Das alte Buchholzer Rathaus wurde saniert und dient heute verschiedenen Zwecken, etliche „Schandflecken“ wurden beseitigt.
Die Tradition des Buchholzer Jahrmarktes wurde neu belebt. |
2001 beging Buchholz seine 500-Jahrfeier mit einem unvergesslichen Fest.
Auch unsere Freiwillige Feuerwehr konnte auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken.
Heute erfreut sich Buchholz eines regen Vereinslebens.
Handel und Gewerbe sind zwar vorhanden, die wirtschaftliche Bedeutung von Buchholz beschränkt sich aber (mit einzelnen Ausnahmen) auf die Versorgung der Einwohner.
Vor allem als Wohnstandort sieht der heutige Stadtteil Buchholz hoffnungsvoll in die Zukunft.
Text @ Heinicke J.
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